Nizza Ironman

Nach meinen drei harten wettkämpfen innerhalb der letzten Wochen, Lanzarote Ironman, Schweiz Halbdistanz und ein Halbmarathon in Leverkusen, war ich mir nicht so ganz sicher ob ich mich an den Nizza Wettkampf wagen sollte. Immerhin habe ich schon am Anfang des Jahres feststellen müssen das meine Jahresplanung was Wettkämpfe angeht recht beschi... gestaltet war. Da aber schon alles bezahlt gewesen war, wollte ich natürlich die Sache nicht verstreicheln lassen.

Also, es ging dann am Freitag nach einer langen Arbeitsnacht, immer hin hat Deutschland gegen Portugal beim Fußball gewonnen, am frühen morgen noch mal kurz zu Arbeit und danach direkt zum Flughafen. Flug, die ganze Anreise hat super geklappt, auch die Abholung in Nizza am Flughafen war perfekt. Was das Hotel angeht, muß ich sagen die Lage kann nicht besser sein, mitten in der Stadt, alles super Zentral. Leider ist das Zimmer mit dem Ausblick ins Hinterhof ausgerichtet, verdammt eng, so das ich mein Rad sogar auf dem Flur aufbauen musste. Immerhin TV mit zwei deutschen Kanälen. Der Freitag war dann nur noch zum Erholen gedacht. Stadtbesichtigung, mal kurz auf die Expo, Strand, von dem ich echt enttäuscht worden bin. Es gibt keinen Sand sondern nur Steine. Der Weg ins Meer hat sich also sehr Mühsam gestaltet. Man kann da kaum laufen und ich hoffe natürlich, das der Weg am Sonntag nicht genau so beschwerlich sein wird. Wasser ist auch nicht wirklich der Knaller, sehr trüb, wellig und mit Feuerqualen versetzt. Beim kurzen Schwimmversuch musste ich einigen ausweichen. Man will sich nicht verbrennen, ist nicht sehr hilfreich kurz vor einem Ironman. Samstag, früh am morgen aufs Rad und noch mal die letzte Runde fahren. Habe mich natürlich vorher erkundigt wo man lang fahren kann. Also egal welche Richtung man nimmt, überall Berge und die ersten 10-12km Stadtverkehr. Hatte natürlich gehofft, das es am frühen morgen besser sein wird.

Das hat dann auch geklappt. Die ersten 2km noch flach, danach nur noch Berg hoch. Hat aber Spaß gemacht. Insgesamt 20km, mehr wollte ich nicht machen und auch schön langsam das ganze. Den Rest des Tages mit entspannen verbracht. Sonntag Frühstück im Hotel erst um 5:30Uhr, der Start ist aber um 6:30Uhr. Also völliger Schwachsinn.  Hatte aber vorher schon mal vorgesorgt, Brot, Nutella gekauft und selber im Zimmer gefrühstückt. Beim Einchecken ist alles gut gelaufen, die Verständigung ist etwas schwierig, da die Franzosen immer noch kein englisch können, aber man kommt zurecht. Es sind fast 2600 Athleten am Start. Das hieß schon im voraus, viel Stress beim Schwimmen. Nach dem Anziehen ab zum Strand. Dort muß man sich erstmal auf den Steinen hinstellen und versuche durchzuhalten. Es gibt hier kein Sand, nur Steine. Da tun die Füße so richtig weh. Um 6:30Uhr geht es auf die 3,8km lange Schwimmstrecke. Die erste Runde ging eigentlich ohne große Schlägereien aus. Hatte zwar Probleme wie immer, d.h. kam nicht wirklich gut voran, aber das ist bei mir nichts neues. Das schöne an der Strecke ist, das die erste Runde 2,4km und die zweite 1,4km lang ist. Nach der ersten Runde ist man dann froh das die vorbei ist und die zweite um einiges kürzer ist. Nach 1:15min kam ich dann aus dem Wasser raus. Ab aufs Rad und auf die Radstrecke. Die ersten 20km ging es noch flach ab, danach ging es so langsam rauf. Das schlimmste fand ich die erste lange Steigung, zwischen km 50-70 ging es nur aufwärts. Man hat das Gefühl gehabt das die Steigung niemals aufhört. Danach ging es eigentlich nur auf und ab bis die letzten 20km wieder flach verliefen mit sehr viel Gegenwind. Der hat es voll in sich. Vor allem fuhr eine Gruppe vor mir, ca. 200m, alle schön neben oder hintereinander. Dabei fuhr zwei Mal ein Schiedsrichter an denen vorbei ohne ein Wort zu sagen und ich musste mich alleine quälen. Kam wegen des Windes nicht an die Gruppe ran. Jetzt erst mal ein Tipp an alle, die mal auf die Idee kommen sollten, hierher zu kommen. Man muß dafür eine Bergziege und ein Kamikaze Fahrer sein. Bergziege für die Berge, auf den 1800hm muß man sich schon richtig anstrengen. Kamikaze Fahrer, bei den Abfahrten muß man genau wissen wie man die Kurven nimmt und vor allem keine Angst haben, Vollgas zu geben. Die meisten Leute habe ich auf den Abfahrten überholen können. Die Leute hatten richtig Schiss gehabt Gas zu geben. In jeder Kurve fingen die an zu bremsen und keine traute sich zu überholen, vor allem fuhren alle mitten auf der Straße. Die meisten haben sich auch bei den Auffahrten völlig ausgepowert, statt sich da langsam hoch zu quälen und die Abfahrten haben sie ja wie gesagt kaum Gas gegeben. Das was bei mir ein Problem war, nach dem Radfahren brannten mir so die Füße das ich eigentlich gar nicht mehr ans laufen dachte. Wollte nach dem rad eigentlich direkt aufhören. Nach einer kurzen Pause im Umziehzelt habe ich mich aufgerafft und fing an zu laufen. Nach den ersten 5km musste ich feststellen, das ich rechts unter dem Fuß wohl eine fette Blase hatte, die beim jeden Auftritt so richtig weh getan hat. Hatte da schon ans aufgeben gedacht, bin auch knappen Kilometer gegangen, dann aber doch wieder angefangen zu laufen. Die erste Runde habe ich irgend wie überstanden, bei der zweiten kamen noch Rückenschmerzen dazu die mich völlig aus dem Rhythmus gebracht hatten. Nach der zweiten Runde bin ich dann ausgestiegen. Körperlich fühlte ich mich eigentlich noch recht fit. Meine rechte Fußsohle und der Rücken haben mich aber nicht weiter machen lassen. Fazit, das Rennen ist super, sehr empfehlenswert. Werde es bestimmt noch mal machen. Man muß aber schon viele Berge gefahren sein und mit Hitze zurecht kommen. Es waren immerhin knappe 40°C, wenigstens hat sich das so angefühlt. Naja, jetzt kommt erst mal eine Woche nichts tun. Sauna, entspannen, schlafen und etwas arbeiten, das wäre dann aber alles. Auf keinen Fall trainieren. Nach so vielen Wettkämpfen dieses Jahr brauche ich auf jeden Fall Pause. Steht immerhin noch Wiesbaden und Florida auf dem Programm dieses Jahr. Das war dann alles aus Nizza.

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