Mallorca Ironman 70.3 Wettkampfbericht

Es war die Prämiere des Ironmans auf Mallorca.

Am frühen Morgen schien es auch schon richtig gut zu laufen.  Meine Unterkunft war in Arenal, daher musste ich schon am frühen morgen eine Stunde früher aufstehen um nach Alcudia zu kommen. Was im Grunde genommen gar nicht so schlimm war. Die Strassen auf Mallorca um 6Uhr morgen sind völlig leer.  Das gute dran, konnte direkt an der Wechselzone parken. War der Weg schon Mal nicht lang gewesen. Das Einchecken war auch unproblematisch. Schnell das Rad vorbereitet, die Säcke fürs Rad und Laufen aufgehängt, dann ging es schon Richtung Strand. Habe dort auch schon den ersten Triabolo getroffen. Werner. Hatten viel Zeit, daher noch in Ruhe eine Weile Unterhalten können und die anderen Triathleten bei der Vorbereitung auf den Start ehen können.  Beim Schwimmen gab es einen Wellenstart.

Die Profis starteten um 8Uhr, ich war mit meiner Altersgruppe erst um 8:40Uhr dran. Seid diesem Jahr, ganz nebenbei erwähnt, bin ich in der M35. Wieder ein Jahr älter geworden.  Die Profis sind gestartet, irgendwie völlig Überraschend. Die Leitung hatte völlig übersehen, dass wir schon 8Uhr hatten. Man konnte mit leichten Verzögerung eine Ansage hören, ach ja, die Jungs und Mädels sind ja schon im Wasser. Kenne es von anderen Veranstaltungen etwas anders. Da wird immer ein riesiger Hype gemacht bevor die erste Gruppe ins Wasser geht.

Ab da ging es recht schnell. Ab in die erste Box, 10min warten, nächste Box, dann schon der Start. Hatte mich extra, wie immer eigentlich, ganz hinten eingereiht. Da hat man wenigstens Ruhe beim Start. Es ging bei dem Schwimmkurs gerade aus zu schwimmen, 900m, um zwei Bojen zu schwimmen, 900m zurück. Also recht leicht, da das Wasser noch sehr ruhig war. Wenigstens von außen sah es leicht aus. Aus dem Wasser sieht es da schon etwas anders aus. Die Bojen konnte man durch die vielen Arme vor mir nicht sehen. Daher einfach der Menge hinterher geschwommen. Das klappte eigentlich ganz gut. Klar bekommt man Paar Schläge von der Seite, aber es war nichts schlimmes. Das einzige was  mich ständig genervt hat, war meine Schwimmbrille. In das Linke Glas kam immer Wasser rein. Also stehen bleiben, Wasser raus und weiter. Das ganze durfte ich aber 5-6x wiederholen bis sie endlich richtig saß. Ab da ging es eigentlich für meine Schwimmverhältnisse relativ gut voran. Gleichmäßig ohne mich viel auszupowern, versuchte ich Meter für Meter voran zukommen. Erste Wendeboje, dann die zweite, dann konnte man schon den Ausstieg sehen. Hatte mich gar nicht getraut auf die Uhr beim schwimmen zu schauen. Beim Ausstieg dann geschaut und freundlich Überrascht gewesen. Nach meiner Uhr 33:40min. Das war meine bisherige Bestzeit beim Schwimmen.  Von da aus ging es in die erste Wechselzone. Das war ein wirklich langer Weg. Daher auch die 5min. Der erste Weg zum Beutel war schon lang, quer über den Strand, dann in der Wechselzone zum Zelt. Schnell umgezogen und weiter bis zum Rad. Hatte die Radschuhe schon an, musste damit aber noch knappe 500m laufen bis ich mein Rad erreicht hatte. War also nicht sehr angenehm zu laufen. Es hat ewig gedauert bis man auf dem Rad saß. Von da aus ging es aber flott.  Fürs Rad hatte ich mir eigentlich nur ein gleichmäßiges Tempo bei 180-200 Watt vorgenommen. Ist knapp über meiner Schwelle, daher sollte es machbar sein, dachte ich mir. Bin bis jetzt auch nicht wirklich viel Rad gefahren dieses Jahr. Hatte mich dazu noch zwei Tage vor dem Rennen bei einer Radausfahrt völlig abgeschossen. Ohne Verpflegung über Umwege 140km gefahren. War eigentlich froh gewesen wieder im Hotel zu sein.

Das mit den Wattzahlen halten war dann nichts. Wenn man die anderen Triathleten vor sich hat und man merkt, dass man die Überholen kann, dann tut man es halt. Somit war ich schnell bei 220-250 Watt. Hatte mich versucht zurück zuhalten. Meine bisherigen Rennen sind auch bis jetzt immer gleich abgelaufen. Auf dem Rad alles super, beim Laufen Einbruch. Ob es dieses Mal besser wird. Ab Kilometer 20 ging es dann in den Berg. Rund 25km ging es fast Bergauf. Bei der Wettkampfbesprechung warnte man uns schon es ruhig angehen zu lassen. Ist wohl an meinen Ohren vorbei gegangen. Habe fleißig weiter Überholt, natürlich mit viel zu hohen Wattzahlen. Irgendwann hatte ich mich dann noch verschaltet, schon lag ich auf dem Boden. Zum Glück bei einem sehr geringen Tempo. Ist also nichts passiert. Direkt weiter aufs Rad und treten.

War froh als die Berge um waren, wenigstens die Anstiege und man konnte wieder das Tempo erhöhen. Gesamt waren es dann 700hm. Abfahrten waren schon recht knackig. Vor allem die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Straßen fand ich etwas nervig. Ab Kilometer 60, als die Strecke wieder flach wurde, wurde es auch für mich anstrengend. Hatte mich zwar gut an meinen Ernährungsplan gehalten, aber jetzt merkte ich die fehlenden Radkilometer. Wollte trotzdem nicht alle an mir vorbei ziehen lassen. Also weiter, Gas geben. Ab Kilometer 73 hatte ich mir vorgenommen noch 10 Triathleten zu überholen. Das sollte reichen, dann locker angehen lassen. Das Feld hat sich bis dahin auch schon richtig in die Länge gezogen. Die Guten waren vorne, die Schlechteren hinten. Ich steckte wohl irgendwo mitten drin. Die ersten 10 hatte ich dann überholt, dann noch mal 10, dann noch mal 10. Da war schon die Ziellinie. Ja, geschafft, jetzt nur noch 21km laufen und versuchen nicht zusammen zubrechen.

Rad abstellen und wieder die 500m quer über die Wechselzone bis zum Zelt laufen. Hätte die Radschuhe spätestens hier ausziehen sollen. Klappte auch so. Schnell umziehen und ab auf die Laufstrecke. Es wurde langsam richtig heiß. Im nach hinein wurden 35°C gemessen. Das Tempo am Anfang war ganz angenehm. Durch den Wechselzonenlauf, war das Eiern nach dem Rad weg. Konnte also direkt das richtige Renntempo angestimmt werden. Erste mal ne kurze Beschwerde an die Rennleitung. Die Laufstrecke war ne Katastrophe. Man kann nicht die Athleten, die eh schon kaputt vom Radfahren sind, auf einem Kopfsteinpflaster laufen lassen, wobei die Hälfte der Steine fehlt. Man war mehr damit beschäftigt sich auf den Weg vor sich zu konzentrieren als auf das Rennen an sich. Da es da nicht zu Stürzen kam, hat mich eigentlich gewundert. Mein Tempo konnte ich aber gut halten. Wenigsten die ersten Kilometer. Es waren 4 Runden die man laufen musste. Die ersten zwei sind super verlaufen. Knappe 46min gebraucht. Ab da fing es an schwer zu werden. Bin nach jedem Verpflegungstand ein Stück gegangen, dann wieder Tempo angezogen. War wieder fast nur am Überholen. Es kam selten jemand von hinten an mir voran. Man merkte, dass die Sonne die Leute richtig in die Knie zwang. Es gab vielleicht 10m Schatten auf der gesamten Laufstrecke, der Rest, pure Sonne. Die letzten 3km gab ich noch mal richtig Gas, wollte nur noch ankommen. Die 11 weiteren Kilometer bin ich in knapp 56min gelaufen. Also eigentlich eine gut vertretbare Zeit für ein Halbmarathon nach solchen Strapazen im Vorfeld.  Dann noch eine kurze Beschwerde an die Veranstalter. Das letzte Stück über den Strand. Als ob man bis dahin nicht genug Probleme beim laufen gehabt hätte und dann noch die Brücke zum Schluss. Irgendwann hört der Spaß auf.

Ziel nach 5:11Std. laut meiner Uhr erreicht. Die Auswertung laut der Chipmessung war mir bis jetzt noch schleierhaft was die genau gemessen hatten.  Im Zielbereich gab es leider nicht wirklich viel Verpflegung. Außer Pflaumen, Bananen und Äpfeln, habe ich da leider nichts anderes, Essbares gefunden. Schade. Hätte mich auf feste Nahrung gefreut, nach dem ganzen Powerbar-Gel-Verzehr.  An sich ein sehr schöne Wettkampf, den man sehr schön in ein Trainingslager mit einbauen kann. Klar das die sich noch verbessern müssen, war auch eine Prämiere, aber das wird bestimmt schon. Beim nächsten Mal werde ich das Hotel direkt in Alcudia buchen und nicht in Arenal.

Man ist näher am Geschehen, hat nicht den Stress mit der An- und Abreise am Wettkampftag. Kann schnell ins Hotel, Duschen, sich fertig machen und noch Mal auf die Strecke gehen. Mit dem Duschen klappte es leider nicht, die gab es nicht. Nur die Duschen die es am Strand für Touristen gab. Es war zwar nicht schlimm, man hätte sich aber schon gefreut, eine schöne Dusche nach so einer Hitzeschlacht nehmen zu können.  Nächstes Jahr, abwarten, vielleicht bin ich wieder dabei...

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