Ironman 70.3 Wiesbaden

Es ging wie jedes Jahr los, Anfahrt bis nach Wiesbaden super geklappt, vom Stau keine Spur. Am Kurhaus die Startunterlagen abholen. War recht früh da, daher auch kein Parkplatzproblem. Auf dem Weg zum Auto noch mal Nudeln beim Asiaten geholt. Dann ab zum Ruanheimer See das Rad einchecken. Das ist nicht immer so leicht. Man muss schon recht weit vom See parken und den restlichen Weg zu Fuß gehen. Ich hatte mich mit meinem Charme an den Mädels an den Absperrstellen vorbei geschummelt und bis fast bis zum See durch gekommen. Alle anderen haben die rigoros ab gewunken und auf den Parkplatz verwiesen. Danke noch mal fürs durchlassen!

Das Rad abgeben ging auch schnell, daher genug Zeit gehabt noch am See etwas ab zu hängen und Nudeln zu essen. Da kam das erste Problem. Wenn ich etwas zum Mitnehmen bestelle, bekomme ich normalerweise immer eine Gabel dazu. Diesmal war es nicht so. Also irgendwo eine Gabel suchen. Musste mir dann mit zwei Holzspießen aushelfen. Hat aber ganz gut geklappt.

Noch mal kurz in den See rein springen und schauen ob ich überhaupt noch schwimmen kann. Seit dem Düsseldorf Triathlon einmal im Schwimmbad gewesen. Also nicht wirklich viel geschwommen in den letzten 6 Wochen. Nach ca. 300 Metern war ich platt und hoffte, dass es am Wettkampftag besser laufen würde.

Kurz danach hat die Wasserwacht alle aus dem Wasser verjagt. Es durfte keiner mehr schwimmen da der See ohne Rettungskräfte nicht genutzt werden darf. Da sieht man doch dass der Vater Staat wieder am Sparen ist.

Zurück in der Stadt schnell einkaufen, Frühstück besorgen. Das Hotel wollte mir nichts vorbereiten, die fanden es sei zu früh ein Frühstück um 5Uhr früh auf die Beine zu stellen. Letztes Jahr war das Hotel doch um einiges besser. Die Zimmer waren dafür sehr angenehm, weiter empfehlen würde ich es aber nicht.  Schnell noch eine Pizza essen, Bierchen trinken, so wie es sich vor dem Wettkampf gehört und ab ins Bett.

Wettkampftag. Kurz vor 6 Uhr aufgestanden, zwei Fanblock (Brötchen) mit Quark gegessen, ein Power Horse getrunken und ab zum Transfer, damit ich früh genug am See bin. Dort gab es immerhin noch einen Café.  Rad schnell vorbereitet, umziehen und ab zum Start. Es war eine super geile Atmosphäre gewesen. Das hatte ich richtig vermisst. Es ist immer ein  geiles Gefühl da am frühen Morgen zu stehen wenn die Sonne aufgeht und die ganzen aufgeregten Leute zu sehen kurz vor dem Start. Die Nervosität steht bei vielen im Gesicht. Kleine Anmerkung von mir, sieht es doch nicht so verbissen ;-) Es ist nur eine Freizeitgestaltung, Ihr seid keine Profis!  Schwimmen war wie immer die Hassdisziplin für viele. Auch für mich. Habe mich extra ganz hinten angestellt. Und nach dem Startzeichen auch abgewartet bis die erste Welle weg war. Leider bin ich direkt auf die langsamen aufgeschwommen. Der Anfang ist immer chaotisch, irgendwann leg es sich und der Weg wird im Wasser übersichtlicher.

Die ersten 600m hatte ich noch ein kleines Problem mit meiner Brille, lief die ganze Zeit mit Wasser voll. Immer wieder kurz stehen bleiben, leeren und weiter.  Der erste Landgang kam schneller als erwartet. Raus aus dem Wasser, kurz nach hinten schauen ob ich der Letzter bin. Nein, bin ich nicht. Also wieder ins Wasser und weiter. Die zweite Runde war schon etwas anstrengender. Im Ganzen bin ich recht gut beim Schwimmen weg gekommen. Nach 36:04min hatte ich die 1,9km hinter mir.

Wechsel vom Schwimmen auf Rad hat mal wieder gedauert. Abtrocknen, die Kompressionssocken anziehen, bei nassen Beinen gar nicht so einfach. Wer es schon mal versucht hat, der kennt das Problem. Dann ab zum Rad, kurz das Dixi besuchen und los.

Beim Radeln wollte ich extra nicht übertreiben sondern nur entspannt durchfahren damit das Laufen am Ende gut klappt. Wollte an die 180 Watt treten. Beim los fahren habe ich feststellen müssen, dass mein Tacho ausgesetzt hat obwohl ich es die Nacht zuvor aufgeladen hatte. Also völlig Planlos fahren, ohne Watt und Kilometerangaben. Egal, wird schon dachte ich mir. Muss dazu sagen, normalerweise war ich immer derjenige der die Leute überholt hat. Diesmal habe ich mir wirklich Zeit gelassen und gemerkt dass ich von recht vielen eingeholt wurde. Egal, Hauptsache ankommen hatte ich mir gedacht. Das hat am Ende dann auch ganz gut geklappt.  Es gibt einen Streckenabschnitt beim Rennen, auf dem man die führenden Triathleten bei der Abfahrt sehen wenn man diese selber gerade hoch fahren muss. Die Jungs haben da so ein Tempo drauf, das man schon etwas Angst bekommt. Ist ein super Gefühl und freut sich dort auf dem Rückweg selber Gas geben zu können.  Nach 3:10std war auch die Radstrecke geschafft.

Jetzt ging es mit Laufen weiter. Vier Runden. Vorgenommen hatte ich mir, je 1km zu laufen und 30sec zu gehen, damit das mit dem Durchkommen besser klappt. In dieser Disziplin hatte ich auch leichte Defizite auf zu weisen. Seit dem Tough Mudder bin ich nur dreimal gelaufen und das höchstens 8km am Stück und die waren immer sehr anstrengend. Nach ca. 3km haben sich die Sprunggelenke soweit eingelaufen. Konnte zwar halbwegs gut laufen, die Pausen zwischendurch hatten immer gut getan. Ab den 15 Kilometern fing es mit den Sprunggelenken an. Der Schmerz kam Schubweise. Wollte aber nicht aufhören, war ja nur noch eine Runde zu laufen. Die hatte ich dann auch geschafft, auch wenn es recht anspruchsvoll war.

Nach 1:54std bin ich extra langsam durchs Ziel gelaufen um die Stimmung länger zu genießen. Natürlich hatte ich mich sehr darüber gefreut das Rennen unter 6std geschafft zu haben. Mehr wäre auch nicht gegangen.

Am Ende war ich froh das Rennen gemacht zu haben und zu merken, dass noch was an Ausdauer in mir steckt und weiter gefordert werden sollte ;-)

Jetzt werden die Sprunggelenke wieder auskuriert. Eine Woche völlige Ruhe steht an, danach geht die Vorbereitung für den Ironman 70.3 auf Lanzarote los. Das Ziel, unter 5:45 Std in Ziel zu kommen, wenn es geht, ohne Schmerzen in den Sprunggelenken.

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