Ironman 70.3 Lanzarote 2013

Bericht Ironman 70.3 Lanzarote

„Das ist ein schöner Tag zu sterben“ – so würde es bestimmt in einem Western Film anfangen.

7Uhr am frühen Morgen, die Sonne geht langsam auf, es ist jetzt schon an die 22°C und es soll während des Tages noch viel wärmer werden.

Die Vorbereitungen für den Start sind im vollen Gange und ich natürlich viel zu spät dran. Die Strecke von Puerto del Carmen bis zum La Santa Club kann man im Dunkeln nicht so schnell abfahren. Straßenbeleuchtung Fehlanzeige. Klappt aber trotzdem wie immer alles. Fahrrad schnell gefunden, da der Bike Check In schon am Tag zuvor war und ich bei 600 Teilnehmern guten Überblick hatte wo es steht. Luftpumpe schnell ausgeliehen und die Räder auf 8,5 Bar gebracht. Dann noch mal schnell den Neo anziehen und ab zum Schwimmstart. Um 7:30Uhr sollen eigentlich alle vor Ort sein. Bin auf jeden Fall nicht der Letzte. Somit alles nach Zeitplan. Sogar fürs Einschwimmen gab es noch etwas Zeit.  Schwimmstart. Erst da fällt mir auf, dass ich eigentlich gar nicht weiß wie die Strecke verläuft. Also der Horde hinterher schwimmen. Das wird schon, wie immer halt.

Strecke ist recht gerade, auch wenn das Wasser an manch einer Stelle nicht wirklich tief ist und man sogar einen Abschnitt laufen muss. Knietief.  Schwimmen ist dann erstaunlich gut verlaufen. Bin dieses Mal komplett durch gekrault ohne Brustschwimmen einbauen zu müssen, obwohl es sich am Anfang bei knapp 600 Startern schon sehr gestaut hat. Hatte zwischendurch versucht mich quer zwischen den Schwimmenden ganz nach links zu drücken um den Menschen Andrang zu entkommen. Das hat dann auch geklappt und ich konnte ruhig weiter schwimmen.

Zwischendurch hat die tiefliegende Sonne etwas geblendet, konnte man nicht wirklich erkennen in welche Richtung man schwimmen sollte. Hat dann aber auch irgendwie funktioniert.

Nach 35:37min habe ich die Wechselzone erreicht. Noch ein Stück laufen, dann geht es mit dem Bike weiter habe ich mir gedacht. Bis dahin schien noch windstill zu sein.  Umziehen ging recht schnell.

Rad habe ich auch auf Anhieb gefunden. Also los, ab auf die Radstrecke.

Da wir uns die Strecke den Tag zuvor angeschaut hatten und ich viele der Strecken von dem Lanzarote Ironman kannte, wusste ich wo drauf ich mich einlasse.  Die Kenntnis bringt einen aber nicht weiter, wenn man vorher nicht wirklich viel trainiert hat.

Auf den ersten Metern hat sich erstmal eine Plastiktüte in meiner Gangschaltung verfangen. Stehen bleiben und heraus frimmeln. Hat natürlich etwas Zeit gekostet, aber nicht wirklich erwähnenswert. Dafür wurde es langsam windiger.  Es ging auf und ab. Es war extrem anstrengend. Hatte natürlich versucht eine gute Zeit raus zu fahren.

Da mein SRM Wattsystem noch in der Überholung war und erst nach dem Lanzarote Urlaub eintreffen wird, konnte ich mich nicht über die Wattangaben kontrollieren. Hatte auch keinen anderen Tacho dran gebaut, somit auch nicht gewusst wie viele Kilometer schon durch waren. War vielleicht auch besser so.  Es wurde immer wärmer und der Wind wurde aufdringlicher.

Auf der halben Strecke ging es dann 10km steil Berg auf. Spätestens da schwand die Kraft dahin und mein Gesäß wollte auch nicht mehr. Was macht man in solchen Fällen? Einfach den Kopf abschalten und weiter machen. Recht einfach oder? ;-)

Die letzten 5km der Steigung bin ich neben einer Kanadierin gefahren. Da es recht langsam voran ging, hatten wir ausreichend Zeit uns zu unterhalten. War ihre erste Mitteldistanz und dann noch direkt Lanzarote. Nicht die beste Wahl für einen Einstieg, aber warum nicht. Ab und zu sollte man austesten was in einem Steckt. Zum Ende des Anstiegs wurde sie etwas langsamer und die Abfahrt war ich wohl etwas zu schnell gewesen. Hatte sie beim Radfahren nicht mehr gesehen. So schlecht war ihre Wahl mit Lanzarote am Ende doch nicht. Immerhin hat sie mich zwar beim Radeln nicht mehr überholt, dafür aber in der zweiten Laufrunde.

Auf den letzten 10-15km Richtung La Santa wurde der Wind noch stärke und es war sogar schwer Bergab Tempo zu machen.

Nach 3:12:54h habe ich das Ziel erreicht. Die zweite Wechselzone. Lust zum Laufen war zwar keine da, aber es war halt die nächste Disziplin.

Wechsel ging auch ganz gut. Das Laufen dafür recht anspruchsvoll. Die ersten Schritte hatten sich die Gelenke noch etwas geweigert. Mit der Zeit wurde es besser. Hatte es so geplant, dass ich 3:30min laufe und 30sec schnell gehe. Am Anfang hat es eigentlich auch ganz gut geklappt. Die Herzfrequenz hat sich immer beruhigt, die Atmung wurde in den 30sec auch langsamer. Diese Taktik hat in Wiesbaden auch sehr gut funktioniert. Wollte mich nicht überlasten.  Bin zu Hause höchstens 45min gelaufen, diese dazu immer sehr langsam. Hier war das Tempo höher und es sollte etwas länger als 45min dauern. War somit das Laufen an sich gar nicht mehr gewöhnt. Halt ein kleiner Mangel an Training ;)

Die Strecke war auch sehr wellig. Es war sehr heiß. Ab und zu hatte man Glück, dass es vom Meer etwas Wind gab. War an sich sehr erfrischend, erschwerte aber automatisch das Laufen, da der Wind immer genau von vorne kam.

Bei der zweiten Runde ging auf einmal nichts mehr. Es kam mir so vor, als ob ich vor eine Wand lief. Stück laufen, dann wieder lange gehen. Die Kraft war einfach völlig raus.

Habe mich von einer Verpflegungsstation zu nächsten gequält. Nach viel Cola, etwas Red Bull, paar Orangenscheiben und Bananen ging es besser und ich fing wieder an langsam zu laufen.

Die letzte Runde, 7km, ging dann wieder besser. Auch wenn es sehr anstrengend war, die meiste Zeit bin ich durch gelaufen. Viel Zeit konnte ich nicht mehr raus holen, immerhin gingen die Schmerzen schneller vorbei.

Nach 2:02:42h bin ich durch die Ziellinie gelaufen und froh gewesen, dass es vorbei war.

Mit einer Gesamtzeit von 5:59:59 Std. habe ich es geschafft die 6h Marke zu knacken.  Platzierung gesamt – 197, Platzierung in der Altersklasse – 37.  Teilnehmer gesamt knapp an die 600.

Jetzt geht es an die Erholung. Beine hoch legen und den Gelenken Ruhe geben.

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