Challenge Roth

Auf diesen Wettkampf hatte ich mich richtig gefreut. Ein Problem hatte ich leider. Da ich fast drei Monate lang vor dem Wettkampf renoviert hatte, fehlte mir die Zeit zu jeglichem Training. Was so viel heißt, ich hatte fast gar nicht traininert. Kann man so eine Langdistanz schaffen?

Ein Versuch war es wert.  

Die Anreise hat super geklappt. Die Unterkunft war ein Abenteuer. Aber schon recht lustig gestaltet. Hatten in einer alten Bäckerei übernachtet, die jetzt zu einer Pension umfunktioniert wurde. Also alles recht Spartanisch. 

Beim einchecken hat es mir wieder das Gefühl gegeben, zu der Challenge Familie dazu zu gehören. Alle sehr freundlich, super organisiert und alle mit dem Herzen dabei.

Tag des Rennens: Die Vorfreude war groß, auch wenn die Angst nicht Fit genug zu sein vorhanden war. Schnell alles zurecht gelegt, Neo in die Hand, noch mal das letzte Mal die Toilette aufsuchen und ab an den Start.  Das Schwimmen ist super verlaufen. Hatte mich zwar bei der ersten Boje vertan, dachte wäre die Hälte schon um, 27min, dann musste ich leider feststellen, dass es doch noch etwas länger dauern würde. Nach 1:15 Stunden kam ich aus dem Wasser raus. Da sogar noch richtig fit.

Zum Rad wechseln ging recht flüssig.

Auf dem Rad hatte mich durchgehend bei 180-200 Watt gehalten. Der Solarer Berg hat mich extrem hoch gepusht, vielleicht zu viel. Ab Kilometer 140 war es dann vorbei mit dem flüssigen Tritt. Die Kraft war auf einmal völlig weg. Es ging nur noch mit 100-110 Watt weiter. Dazu kam noch starker Wind mit knapp 75 km/h was mich noch mehr erschöpfte.

Ab hier ging es jetzt nur noch darum überhaupt anzukommen. Nach der Radstrecke wollte ich aus dem Rennen aussteigen. Habe langsam meine Wechselsachen genommen, mich doch noch umgezogen und bin auf die Strecke gegangen. Das erste was ich auf der Laufstrecke gemacht hatte, war essen und trinken. Das hat mir wieder etwas Kraft gegeben. Die ersten 14 Km hatte ich versucht zu laufen und immer wieder ein Stück zu gehen. Doch dann wollte ich nur noch austteigen...Dafür musste ich aber wieder bis Kilometer 22 durchlaufen, ab da konnte ich wieder zurück in die Wechselzone.

Doch bei Kilometer 22 hatte ich die Energie, die noch vorhanden war, gebündelt und konnte wieder mit dem Laufen anfangen. Die letzten 8km meines Rennens bin ich dann mit recht flottem Tempo durch gelaufen.

Es hat zwar wieder Spaß gemacht, aber es hätte wenig Sinn gemacht die nächsten 20km weiter zu laufen. Ich weiß nicht wie lange die Kraft noch ausgereicht hätte. Irgendwie durchkommen wäre bestimmt möglich, aber das wäre nicht das, was mir noch vor dem Rennen vorschwebte.  Man sagt immer, nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Freue mich schon auf Wiesbaden. Dort werde ich versuchen die volle Leistung zubringen.

Weiterlesen …

Zurück